Was ich genau mit der martin anstellen werde, weiss ich noch nicht. Wahrscheinlich wird nicht allzu viel verändert. Mal sehen.

 

Was ich an dieser Stelle noch loswerden möchte; sollte jemand von Euch auch mal so ein Motorrad kaufen, dann schaut besser hin als ich. Aber eben, man hat nie ausgelernt.

Nur ein paar Beispiele:

Als ich die martin zu Hause hatte und noch etwas genauer unter die Lupe nahm, stellte ich folgendes fest. War übrigens so geprüft worden. Die Fussraster konnte man mit etwas Kraftaufwand von Hand herumdrehen. Kein Problem, dachte ich, nachziehen und gut. Denkste als beide nachgezogen waren, konnte weder geschalten noch gebremst werden, Hebel blockiert. Alles auseinander, die inneren Büchsen auf die richtigen Masse gedreht, wieder zusammen und siehe da. Bei den Bremszangen stellte ich mit Entsetzen fest, dass der Stift, der die Bremsbeläge hält, weder mit einem Draht noch mit Splinte gesichert war.

 

Ich hatte die martin Suzuki schon 2 Monate, bis es endlich warm genug war, um eine erste richtige Ausfahrt zu machen. Ab Tempo 80zig stellte sich ein ziemlich schnell hintereinander folgendes klack, klack ein. Wieder zu Hause fand ich heraus, dass die Kette zu nahe am Rahmen lief und jedes Mal wenn das Kettenschloss daran vorbei kam, streifte. Jedoch nur beim Fahren, wenn von Hand gedreht wurde nicht. Dieses Problem konnte mit dem Drehbank nicht mehr gelöst werden.

Stefan musste her, Zahnkranzadapter raus und auf der inneren Seite etwas Abfräsen. Das ging, da noch genügend Luft zur Felge hin war. Dafür brauchte es eine etwas längere Distanzbüchse, auf der linken Seite. Nachdem das Ritzel auch weiter innen platziert war, konnte alles wieder zusammengebaut werden. Radachse auf ein übliches Drehmoment angezogen und ......nicht gut, das Rad drehte sich nicht mehr. Nun entwichen mir doch ein paar nicht jugendfreie Ausdrücke.

Ich glaubte es einfach nicht mehr. Der Bremszangen Adapter, drückte jetzt auf den Aussenring des Radlagers. Mutter an lösen und das Rad drehte wieder. Somit hatte der Vorbesitzer einfach nicht richtig angezogen, um diesem Problem aus dem Weg zu gehen. Nachdem Stefan auch dieses Teil auf der Fräse hatte, war dann vorerst alles i.o.

 

Zu diesem Zeitpunkt schrieben wir das Datum, Juni 2010.

 

Januar 2011. In der Zwischenzeit hat sich an der Martin viel getan, obschon man eigentlich optisch noch nicht so viel sieht. Der Motor wurde total revidiert und schwarz pulverbeschichtet. Die Auspuffanlage der Linie des Heckes angepasst und verchromt. Die Lampen ersetzte ich durch kleinere und der Tacho wich einem modernen.

Weitere Änderungen müssen nun warten, bis Winter ist. Schlechtes Wetter und lange Abende, werden mich zurück in die Werkstatt ziehen um weitere Umbauten vorzunehmen. Mal sehen wie die Martin dann nächsten Frühling aussieht.

 

Endlich, seit mitte Oktober steht sie in meiner Werkstatt und die wird sie, aussert den Weg in die Malerei und zurück, erst wieder verlassen, wenn alles fertig ist.

 

Anfang November 2011 ist die Gabel revidiert. Optisch ist da nichts zu sehen. Als nächstes ist das Federbein an der Reihe. Das wird durch einen Raiger Dämpfer ersetzt. Das WP, ein solches ist momentan drin, hat nur eine Druckstufe und Federvorspannung und verrichtet seine Arbeit eh nicht mehr sauber. 

 

Auf einer nächtlichen Fahrt, im Sommer 2011, ging mir plötzlich das Licht aus. Es geschah in dem Moment, wo ich von Ablend-auf Fernlicht schaltete. So etwas war mir noch nie passiert. Bis ich stillstand, befand ich mich in absoluter Finsternis. Auf einer Kurvenreichen Strecke, wäre ich mit Sicherheit gestürzt. Nun, es hatte einen Kurzen gegeben und die Sicherung rausgehauen. Deshalb habe ich alle Schalter durch moderne ersetzt. Bremse und Kupplung gleich mit, inklusive Hebel. Das überdimensional lange Kupplungskabel wurde gleichzeitig um gut 30cm ein gekürzt. Nun sieht alles einfach sauberer geordnet aus.

Ich will das Motorrad auf einen absoluten top Stand bringen, denn sehr viel stimmt nach wie vor nicht. Die Details dazu, werde ich nach und nach aufzählen. 

 

Da die Heck-Abdeckung nicht bündig zum vorderen Sattel ist, wird diese verlängert. Hierzu schneide ich den vorderen Teil weg, befestige diesen mit doppel Klebeband vorne am Sattel und verbinde die beiden Teile mit Glasgewebe.

Das Hecklicht wird entfernt und die entstandene Lücke zu laminiert. Doch während dem Laminieren, setzte ich das Glas des Rücklichtes, wieder von hinten ein. Die Form wird so viel exakter und das weiter verarbeiten einfacher. Nach dem aushärten, habe ich das Glas wieder entfernt. Bei beiden Teilen, werden die Unebenheiten mit Spachtel ausgebessert. Manche fragen sich jetzt, wieso keine Heckleuchte mehr. Die angebrachten Blinker sind mit Heck- und Bremslicht ausgestattet. Somit wird das Rücklicht überflüssig.

Der Tank wird angeschliffen und die Kante unten, rundum mit Spachtel ausgebessert. Somit verschwinden die schlecht aussehenden Schweissnähte.

Heck, Heckabdeckung, Maske und vorderes Schutzblech, sind mittlerweilen soweit geschliffen, dass ich es zum Füllern bringen kann. Die Malerarbeit wird wie vor einem Jahr bei der RC30, Willy Ryser aus Rohrbach erledigen.

 

Für die Auspuffanlage habe ich noch eine neue Halterung aus Carbon gemacht. Unauffällig ist sie neu, an der vorderen Fussraste angebracht. Ich finde es schöner, wenn der Auspuff frei nach hinten hängt.

Die goldenen Bremszangen möchte ich schwarz. Jedoch bin ich noch nicht schlüssig, ob ich sie pulvern oder eloxieren lassen soll. Die Entscheidung wird mir abgenommen. Ich hätte gerne einen Repsatz neu eingebaut, jedoch habe ich bis heute keinen bekommen. Da die Zangen noch tadellos funktionieren, werden sie mit Scotch gereinigt und danach mit hitzebeständiger Farbe gespritzt. Sollte ich irgendwann an einen Repsatz kommen, kann ich das versäumte immer noch nachholen. 

Bei dieser Arbeit ist mir wieder mal etwas aufgefallen, was ich wiederum nicht glauben, beziehungsweise begreifen kann. Als die Zangen nebeneinander auf der Werkbank liegen bemerke ich, dass diese gar nicht dieselbe Farbe haben. Nach genauem betrachten stelle ich fest, dass die Zangen unterschiedlichen Jahrganges sind. Das wäre ja eigentlich nicht so tragisch, aber bei der linken Zange sind nicht mal die beiden Hälften, gleichen Jahrgangs. Nun gut, Hauptsache es funktioniert und mitlerweile kann mich eigentlich nichts mehr erschrecken.

Glaubte ich wenigstens.

Der Farbunterschied ist gut ersichtlich. Am Motorrad montiert ist es niemandem aufgefallen.

Auch die Bremsscheiben werden revidiert. Der Stern wird von der Scheibe getrennt, schwarz pulverbeschichtet und mit neuen Floters wieder an die Scheibe montiert.

 

Montiert, mit neuen Schrauben, an der schon gelb pulverbeschichteten Felge, sieht das gar nicht schlecht aus.

 

 

Auch die hintere Felge wird frisch pulverbeschichtet, ebenfalls der Zahnkranzadapter.

 

Nachdem beide Felgen zurück waren, setzte ich neue Lager ein. Die Alten hatten eine Metallabdeckung die neuen eine Gummi. Als alles fertig war, baute ich die Felgen ein, wie bei der Vorderen oben abgebildet. Dann wieder mal ein grösserer Schreck. Nachdem alles angezogen war, stellte ich mit Entsetzen fest, dass sich keines der beiden Räder mehr drehte. Irgendwie kam mir das bekannt vor, aber was zum Teufel war es diesmal? Also Räder wieder raus und nun. Die Distanzbüchse, die ja vorher schon drin waren, war um ein paar Zehntel zu gross. Ich hab das einfach nicht gesehen. Wieso ging es aber vorher? Nun bei den alten Lager war die Abdeckung aus Metall. Die Büchse drehte dort, Metal auf Metal, nun bei den neuen war es Gummi und auf diesem ging es einfach nicht. Die Lager waren natürlich schon hinüber durchs anziehen. Wieder neue organisieren und eine Distanzbüchse drehen die den richtigen Durchmesser hatte. Alles wieder zusammen und siehe da, es war eine Freude, wie es nun drehte.

Somit waren alle Spuren vom Vorgänger, die wirklich nicht gut waren, beseitigt. Die restlichen Punkte waren Kleinigkeiten und eigentlich nicht mehr nennenswert.

 

Nun wollt ich noch etwas aus Carbon anbringen. Vorne links und rechts, am Rahmen sah man das elektrische einfach zu gut. Eine Abdeckung musste her.

Sowie der untere Kettenschutz. Der war aus Plastik das gefiel mir nicht. Den konnte man auch aus Carbon herstellen. Also machte ich mich an die Arbeit.

Mitlerweilen hat mein Kollege Karl, aus St.Gallen, auch das Elektrische erledigt. Wie gewohnt funktionierte alles perfekt. Er war zwar nicht so zufrieden. Am liebsten hätte er alles neu gemacht und im Heck untergebracht.

Es war Januar 2012, das Motorrad soweit fertig, nur die Lackierung fehlte noch. Das bedeutete für mich wieder mal schleifen. Doch diesmal waren es nicht so viele Teile, wie bei der RC30, dementsprechend auch kleinere Flächen. Auch die Farbe stand für mich schon lange fest. Meine Kollegen standen dem zwar etwas skeptisch gegenüber. Aber einmal etwas in den Kopf gesetzt liess ich mich nicht mehr davon abbringen.

Nun war wiede Willi an der Reihe. Die Abdeckarbeit konnte ich wieder übernehmen, es kostete mich jedoch auch diesmal wieder Nerven. Die Angst, etwas falsch zu machen war auch diesmal wieder da.

Nach einer Woche gutem austrocknen, konnte alles zusammen gebaut werden.

Plötzlich war alles fertig. Auch an dieser Stelle wieder all denen, die mich unterstützt haben, meinen herzlichsten Dank.

 

Nur gut, dass Umbau Nr. 2 wahrscheinlich nie richtig fertig wird, denn sonst hätte ich ja plötzlich nichts mehr zu tun.

 

Anderseits gibt es noch etwas, was ich an dieser Stelle noch nicht sagen kann. Denn etwas fehlt mir noch. Spätestens Frühling 2013, wenn alles klappt, könnte es soweit sein. Ich werde darüber berichten, sollte es für mich Wirklichkeit werden.